Krank und Abgeschoben – Reportagen aus Westafrika!

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir brauchen dringend Eure Unterstützung zur Erstellung einer Reportage über die Situation von nach Westafrika Deportierten. Wir wissen sehr wenig darüber, was nach der Festnahme im Abschiebegefängnis, während der Abschiebung und dann im Zielland passiert.

Berichte deuten auf schwere Menschenrechtsverletzungen hin. Die Behörden wissen auch, dass die Abgeschobenen von ihrem Heimatland aus kaum die Chance haben, ihre Rechte einzufordern und gegen Rechtsverstöße und rassistische Brutalität vor und während der Abschiebung vorzugehen.

In den nächsten Tagen sollen wieder Abschiebeflüge nach Westafrika starten. Wir wollen daher kurzfristig nach Westafrika reisen und mit Abgeschobenen sprechen, und in einer Reportage mit einheimischen und deutschen Journalisten gemeinsam ihre Situation und ihre Erfahrungen dokumentieren. Die Reise können wir nur mit Eurer Hilfe finanzieren. Wir bitten daher um Spenden auf:

Verein Flüchtlinge für Flüchtlinge
GLS Bank
IBAN: DE80 4306 0967 7033 0742 00 
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Abschiebungen nach Westafrika                                Selbstverständlich sind Ihre Spenden steuerlich absetzbar.

Hintergrund:

Die Abschiebungen nach Westafrika werden mit Nachdruck vorangetrieben. Rassistische Brutalität und Rechtsverletzungen sind Teil der Auslieferungspolitik. Menschen mit schweren und lebensbedrohlichen Krankheiten werden unter Missachtung gesetzlicher Schutzbestimmungen deportiert. Die Nachbehandlung nach größeren Operationen wird abgebrochen, es geht nur noch darum die Transportfähigkeit zu bescheinigen. Ohne Rücksicht auf die Folgen werden Menschen mit Medikamenten vollgepumpt bis sie an Bord des Flugzeuges zum Abschiebeziel sind. Einem schwer Kranken wurde während der Abschiebung sinngemäß gesagt: „Der deutsche Staat will, dass Du in Deiner Heimat stirbst und nicht in Deutschland.“ Im Juli wurde ein Mann auf dem Rollstuhl ins Flugzeug gebracht und deportiert, er hatte sich bei einem Sprung aus einem mehrstöckigen Haus ein Bein gebrochen. Ein anderer wurde mit einem Verband um seinen Oberkörper aus dem Krankenhaus geholt. Dort war er wenige Tage zuvor nach einem Suizidversuch im Abschiebegefängnis schwer verletzt eingeliefert worden.

Zeugen eines Polizeiübergriffs im Abschiebegefängnis Pforzheim wurden vor der Deportation in besonderen Zellen isoliert. Üblicherweise werden Abzuschiebende an den Händen gefesselt, manchmal auch an den Füßen, und von mehreren Polizisten „begleitet“. Deportierten wurden vor dem Flug präventiv Schmerzmittel verabreicht. Die Polizei hat auch schon versucht, jemanden ohne gültige Papiere abzuschieben. Menschen werden oft auf der Arbeit, bei der Ausländerbehörde oder auf der Straße festgenommen. Sie werden dann abgeschoben, nur mit dem, was sie gerade bei sich haben. Persönlichen Dinge und Medikamente dürfen sie nicht mehr aus ihrer Unterkunft holen. Bei Botschaftsvorführungen behaupten Ärzte im Auftrag der Abschiebebehörde, der Abzuschiebende sei transportfähig ohne den Betroffenen untersucht zu haben. Die Untersuchung durch Fachärzten vor der Abschiebung wird verhindert. Nicht qualifizierte Ärzte interpretieren Befunde um. Das Trauma eines psychisch Kranken resultiere aus der Angst vor der Abschiebung, nach der Abschiebung werde sich das schon geben, behauptete einer dieser Ärzte.

Das sind nur einige Beispiele aus Berichten von Abgeschobenen.

Mit unserer Reportage wollen wir auch die Situation der Abgeschobenen im Zielland dokumentieren. Wir wollen sie auch ermutigen und unterstützen, von dort aus ihre Rechte einzufordern. Wir wollen den Abschiebebehörden die Sicherheit nehmen, dass niemand gegen ihre Gesetzesverstöße vorgehen wird. Wir wollen ein wenig Licht in eine der dunkelsten Ecken des deutschen Rechtsstaates bringen.

About Network Refugees4Refugees

Self-organised Platform for Refugees
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