Sollen jetzt alle Geflüchteten in der LEA infiziert werden?

Herr Deines, der verantwortliche Beamte beim Regierungspräsidium Stuttgart, erklärte heute in einem SWR-Interview, wie sich die Mitarbeiter*innen der LEA schützen: Wenn sie untereinander sind, tragen sie einen Mund-Nase-Schutz (Bild 1). Wenn sie Kontakt zu Geflüchteten haben, tragen sie eine Atemschutzmaske (Bild 2) und die, die mit Erkrankten zu tun haben, tragen einen Vollschutz-Overall. 

Wir haben Geflüchtete in der LEA gefragt, wie sie sich die Geflüchteten schützen können. Einige wenige haben Atemschutzmasken, die meisten aber nur einen einfachen Mund-Nase-Schutz.

Der laut Herrn Deines am 6.April eingerichtete Isoliationstrakt ist durch einen Zaun abgetrennt. Die Bewohner*innen der Quarantäne-Blöcke (92, 93, 95) teilen den gesamten übrigen Außenbereich mit den anderen Bewohner*innen (Block 94 und 96). Nur das Essen ist räumlich getrennt, die angeblich positiv getesteten dürfen nicht mehr in die Kantine. Zumindest einzelne Leute dürfen den Isolationstrakt verlassen, z.B. um Sachen aus ihrem früheren Zimmer zu holen. Herr Deines nennt dies „eine ganz gute Situation“.

Warum wird die Kantine nicht geschlossen, wie die Restaurants und die meisten Kantinen draußen? Warum werden die Mitarbeiter*innen besser geschützt wie die Bewohner*innen? Ist die Gesundheit der einen mehr wert als die der anderen?

Einigen solidarischen Menschen von außen wurde nicht erlaubt, angesichts des Ausgangsverbotes Sachen für ihren Freund*innen in der LEA abzugeben. Sollen die Menschen in der LEA vollständig von der Außenwelt abgeschottet werden?

Diese Woche sollen die negativ getesteten Bewohner*innen noch einmal getestet werden. Ihr unzureichender Schutz lässt befürchten, dass dann noch deutlich mehr Bewohner*innen infiziert sein werden und die Ausgangssperre verlängert wird. Soll dann die LEA komplett zur Isolierunterkunft erklärt werden? Das Handeln der Verantwortlichen läßt kein anderes Konzept erkennen. Der Verweis auf die Isolierunterkunft in Althütte-Sechselberg mit gerade mal fünfzig Plätzen ist da ja nur ein zynischer Scherz.

Fehlende Information, Konzeptionslosigkeit, mangelhafter Schutz und Ungleichbehandlung führen zu Unruhe unter den Bewohner*nnen.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/viele-infizierte-in-lea-ellwangen-100.html

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