Im Vorfeld des Weltsozialforums in Cotonou (Bénin) wird das Stuttgarter Netzwerk “Refugees4Refugees” (R4R) in Zusammenarbeit mit dem nigerianischen “Network for Critical Migration Consciousness – NfCMC” eine Regional-Konferenz und diverse Aktivitäten im Nachbarland Nigeria durchführen, um damit für das Weltsozialforum (WSF) zu mobilisieren.

Für R4R ist es von größter Bedeutung, dass das WSF dieses mal in West-Afrika von Engagierten und Betroffenen aus der Region besucht werden kann. Gemeinsam mit einer Delegation junger und politischer Migrant:innen, die selbst Überlebende von Migration sind, beabsichtigt R4R, die Dynamik der „WSF Caravan aus Central Africa“ zu nutzen und gemeinsam das WSF zu besuchen. Dafür sind Information und Unterstützung durch R4R bei der Mobilisierung, Vorbereitung und Anreise unerlässlich.

Ziel ist es, in Nigeria die Perspektive für eine grenzenlose Migration zu verstärken und deutlich zu machen, dass die EU-Programme lediglich der Externalisierung der europäischen Grenzen dienen und damit die Menschenrechtsverletzungen mit zu verantworten haben. Betrachtet man die symbolische Rolle Nigerias im Kontext der afrikanischen Migrationsdynamik, so hinkt das Land hinsichtlich eines kritischen Bewusstseins gegenüber dem Grenzregime weit hinterher.

Angesichts der hohen Erwartungen, die von Europa aus an den „großen Bruder“ und „Giganten Afrikas“ gestellt werden und die vor allem den europäischen Interessen folgen, ist ein grundlegender Wandel in der Wahrnehmung von Migration unumgänglich. Dabei geht es uns auch darum, das Bewusstsein zivilgesellschaftlicher Organisationen (ZSOs) zu schärfen.

Immer wieder konzentriert sich in Nigeria der Diskurs um Migration auf die europäische Rhetorik über die Bekämpfung von Menschenhandel sowie auf standardisierte Rückkehr- und Reintegrationsprogramme, die als Ausdruck der EU-Solidarität propagiert werden. Eine kritische und politische Perspektive, die Forderung nach Bewegungsfreiheit, fehlen. Migration darf nicht isoliert betrachtet, werden, sondern muss mit nahezu allen gesellschaftlichen Aspekten eng verknüpftwerden.

Unsere Unterstützung von Veränderung setzt bei jenen jungen Menschen an, die eine Migrationsodyssee überlebt haben und erkennen, dass ihre persönlichen Erfahrungen eine wertvolle Expertise darstellt, die im Kontrast steht zur europäischen Rhetorik. Für diese Delegation “Network of People with Migration Experience – NEPMEX” eröffnet das WSF die Chance zur Vernetzung mit einem breiten Spektrum transnationaler Aktivist:innen, Basisbewegungen und Akteur:innen, die sich für soziale Gerechtigkeit und Bewegungsfreiheit einsetzen. Ihnen bietet das in Cotonou stattfindende Weltsozialforum eine seltene Gelegenheit zur Teilnahme – ein Zugang, der ihnen aufgrund restriktiver Visabestimmungen bei vergleichbaren transnationalen Veranstaltungen sonst oft verwehrt bleibt.

Für weiter Infos zur Lage des Diskurs um Migration: https://refugees4refugees.org/2025/11/28/rueckkehr-reintegration-die-illusion-einer-moralischen-solidaritaet-der-eu/

Für die Konferenz in Benin City, die der Mobilisierung und Vernetzung im Vorfeld des WSF dient und für die Teilnahme von 10 – 15 Personen mit Migrationserfahrung am WSF, benötigen wir finanzielle Unterstützung. Uns fehlen etwa € 5.000,-

Wir freuen uns über jede Spende!

Flüchtlinge für Flüchtlinge e.V, GLS Bank, 

IBAN: DE80 4306 0967 7033 0742 00, BIC: GENODEM1GLS

Solidarische Grüße

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